Hurra Marktwirtschaft

Der große Dichter und Denker Jürgen Habermas verfasste im FAZ-Feuilleton einen unbedingt lesenswerten Kommentar mit dem Titel „Rettet die Würde der Demokratie„. Er bedient sich dabei allerlei schwieriger Wörter, von denen ich die Hälfte noch garnicht kannte. Lesen bildet. Und er zieht allerhand Schreiberlinge in seinen Bann die sich auf diesen Kommentar berufen. Herr Gabriel von der SPD und heute auch Herr Steingart vom Handelsblatt.

Letztgenannter hat einen atemberaubenden Artikel mit dem Titel „Angriff auf die Marktwirtschaft“ verfasst, der mich beim Lesen mehrfach in tiefe Depression und höchste Ekstase versetzt hat. Er vertritt die Auffassung das Marktwirtschaft etwas Gutes ist und Habermas die Marktwirtschaft in Misskredit bringen wollen. Ich kann das nicht finden, aber das liegt vielleicht an den vielen schweren Wörtern in dem besagten FAZ-Artikel. Zu beiden Artikeln gibt es jetzt den Senf.

Los geht’s mit Schelte für Papandreous Vorstoß, das griechische Volk über weitere Sparmaßnahmen abstimmen zu lassen. Das sei, so Steingart, eine halbe Demokratie, weil nur die nehmenden Griechen befragt würden, nicht aber die gebenden Anderen. Was für ein Unsinn. Als wenn es um gebende und nehmende Völker ginge. Warum war denn der Aufschrei bei den Gebern nach Papandreous Idee einer Volksabstimmung so groß? Weil die Geber nicht den Griechen etwas geben, sondern nur über den Verschiebebahnhof Athen ihre eigene, marode Bankenlandschaft stützen. Allerdings ohne ihre Völker zu befragen. Das ist dann mal garkeine Demokratie. Hätte Papandreou die Volksabstimmung durchführen lassen, wäre es wenigstens ein bisschen Demokratie gewesen und die Griechen hätte mit NEIN gestimmt. Dann hätte Habermas nicht nur den einen kleinen Moment beschrieben, in dem Papandreou die Wahrheit ans Licht zerrt, sondern ihn als Auslöser der totalen Wahrheit feiern können. Die Wahrheit, die da heißt Politik und Finanzwunderland stecken bis zur Nasenspitze unter einer Decke. Denn der Tag an dem die Griechen weitere „Hilfe“ ablehnen, ihre Zahlungsunfähigkeit erklären, ist der Tag an dem die EZB mit ihrem Staatsanleiheschrott auf der Bilanz den Bach runtergeht, mitsamt der Lebensversicherer und Banken die ihre griechischen Staatsanleihen nur noch als Klopapier benutzen können. Ach ja, und natürlich mitsamt den Rister-Sparern und Lebensversicherten die von ihrem Geld niemals wieder auch nur einen Pfennig sehen. Ich denke, da wäre ich auch ganze gerne gefragt worden. Aber am Ende hat der Grieche sich ums Leben gespart, wir sind wegen der unvermeidlichen Pleite trotzdem unser Erspartes los, die Banken sind fein raus und keine Demokratie für niemanden weit und breit. Das hat Habermas geschrieben, und damit hat er Recht.

Jetzt geht es richtig zur Sache. Ich fange an, unter meiner Guy-Fawkes-Maske zu schwitzen, als ich lesen muss, Habermas und FAZ Herausgeber Schirrmacher würden sich argumentativ hinter der Demokratie verstecken. In Wirklichkeit ging es ihnen darum das „natürliche Ungleichgewichtssystem“ Marktwirtschaft in ein monströses Feindbild umzudeuten. Da frage ich mich, welche Marktwirtschaft ist damit gemeint? Etwa die, in der die superreichen Bankster unbegrenzte Risiken eingehen können ohne diese Risiken jemals tragen zu müssen weil die Gemeinschaft im Pleitefall einspringt? Die Marktwirtschaft, in der eine Supergelddruckmaschine auf geheiß der Königin Milliarden, Billionen, Phantastilliarden Euronen Falschgeld herbeifantasiert um die unersättliche Fresserei einer kleinen Gruppe von Nadelstreifenträgern zu finanzieren? Die Marktwirtschaft, in der keine einzige freie Kraft des Marktes mehr wirken kann, weil absolut alles verboten, geregelt, gedeckelt oder mit Falschgeld zugepflastert ist? Ich weiß nicht. Ich kann es nur vermuten. Aber wenn dass Marktwirtschaft ist, dann müssen wir sie zerschlagen. Denn sie soll uns dienen und nicht wir ihr. Das hat Habermas geschrieben und und schonwieder hat er recht.

Durchatmen, umblättern, weiterlesen. Aha, Kapitalismus ist also ungleich Marktwirtschaft, sehr gut, sehr richtig, ich stimme zu. Mein Puls verlangsamt sich. Kapitalismus böse, Marktwirtschaft gut.

Jetzt wird es in dem Artikel langsam erfreulich. Viele unserer Zeitgenossen würden Marktwirtschaft und Kapitalismus in einen Topf werfen und unterschiedslos beides attackieren und genau da liegt das Problem. Ich stimme zu, denn es gibt im Moment zwei Wirtschaftssysteme: Eine Realwirtschaft, die von mehr oder weniger vernünftigen Regeln umrahmt aus echter Arbeit echte Güter und Dienstleistungen erschafft. Und eine Vetternwirtschaft, in der der eine Nadelstreifenkacker die Gesetze macht und der andere Nadelstreifenkacker daran verdient. In den Medien jüngst übrigens als „Finanzwirtschaft“, „Kapitalmärkte“ oder auch nur „die Märkte“ bekannt. Bitte nicht verwechseln mit echten Märkten auf denen echte Dinge gehandelt werden.

Jetzt wird mir warm ums Herz:

Wer nun glaubt, die Feinde der Marktwirtschaft säßen vor allem auf der Linken, täuscht sich. [...] Die wirklichen Feinde der Marktwirtschaft sind jene, die sich als ihre Freunde ausgeben. Aus ihrem Innersten heraus haben sie ein größenwahnsinniges Projekt gestartet, das sich mit der Überschrift „Geld schafft Geld“ betiteln lässt. [...] Die Geldindustrie versuchte, Geld aus Geld zu schöpfen, und hat damit der Marktwirtschaft den bisher empfindlichsten Schlag versetzt.

Das ist eine bescheidene Umschreibung für einen skandalösen Zustand in dem die einen allen erwirtschafteten Profit behalten und alle erlittenen Verluste auf die Gemeinschaft abwälzen. Wohlbemerkt ohne für einzelne „Veredelungsschritte“ soetwas wie eine Mehrwertsteuer zahlen zu müssen. Da mutet die Ackermannsche Kritik an der Transaktionssteuer á la Tobin von 0,1% doch gradezu lächerlich an.

Und die Politik hat sich von den Geldmachern versklaven lassen. Der Umstand, dass eine bestimmte Investition nicht getätigt werden kann, weil kein Geld da ist, ist jedem normalen Menschen bestens bekannt. Jedes Kind lernt an der Supermarktkasse, dass es keine Schokolade gibt, wenn das Taschengeld weg ist. Für die Politik gilt das schon lange nicht mehr. Hier kann jeder seiner Klientel versprechen was er will. Kein Geld? Gibts nicht, „die Märkte“ finanzieren alles. Subventionierte Bauern, subventionierte Kohle, Waffen, Kriege und das Sozialamt.

Jetzt, da die Dinge auf einen unschönen Höhepunkt zutreiben, stellt sich der eine schützend vor den anderen. Die Politiker retten die Banken. Und zwar mit jenem Geld, das sie sich vorher bei den Banken geliehen haben.

Ein schöner Höhepunkt für den Artikel. Jetzt lese ich aber nochmal Habermas, denn warum der zum Sturm auf die Marktwirtschaft bläst, habe ich nicht verstanden.

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Wer ist hier Mafia?

So ein Schmarrn, so schön wie heute (la,la,la) liest man einfach viel zu selten. Die FTD bringt heute morgen einen Lacher zum wachwerden. In einem Kommentar der mit dem Titel „Merkels Angebot wie aus dem Mafia-Film“ überschrieben ist heisst es da zum 50% Schuldenschnitt in Griechenland:

Die Banken wurden erpresst – aber diese Geschäftspraxis ist ihnen ja nicht völlig fremd.

Ha, ha, ha – klar, allerdings stehen sie in der Regel auf der Erpresserseite. 50% Schuldenerlass für die Griechen, die total überschuldet und finanziell völlig am Ende sind, ist ein Geschenk für die Bankster. Hätte Frau Merkel doch bloß mal einfach garnichts gemacht und den Markt einen Markt seien lassen, dann wären die Banken mit 100% dabei gewesen. Und nur das wäre Gerecht, denn von den Gewinnen haben sie ja zuvor auch nicht „freiwillig“ 50% an den Staat abgeführt. Also bitte, hört doch auf zu jammern. Ich müsste jammern, meine Kindern müssten jammern, denn die anderen 50% zahlen wir.

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Scheitern trotz Mehrheit

Eigentlich könnte man ja meinen, Demokratie sei etwas ganz einfaches. Da macht jemand einen Vorschlag, im Parlament wird darüber gestritten und am Ende wird über den Vorschlag abgestimmt. Nimmt die Mehrheit den Vorschlag an, hat man sein Ziel erreicht. Für einen Deutschen Journalisten aber funktioniert Demokratie so: Alle Abgeordneten tun sich zu Banden zusammen. Dann schwören sie ihrem Anführer ewige Treue und besiegeln den Schwur durch ein Blutzeremoniell. Danach müssen die Abgeordneten immer so abstimmen, wie die Anführer es verlangen. Das ist für die Journalisten leicht zu verstehen und sehr übersichtlich. Vor allem können sie das Abstimmungsergebnis schon abdrucken, wenn der Anführer seinen Vorschlag gemacht hat. Wenn man jetzt noch die fünf Anführer auf nur einen einzigen reduzieren könnte, dann müsste doch eigentlich auch für das Handelsblatt alles gut sein, oder?

Ach so, der Vollständigkeit halber, GG Art 38.

„Sie (die Abgeordneten) sind Vertreter des ganzen Volkes, an Aufträge und Weisungen nicht gebunden und nur ihrem Gewissen unterworfen.“

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Occupy Gauck

Was ist das für ein schönes Gefühl zu wissen das Joachim Pfaffe Gauck nicht Bundespräsident geworden ist. Hat er doch ohne gottes Segen die von mir geschätzte Occupy-Bewegung albern genannt, nur weil die Protestierenden nicht klar formulieren können, wogegen sie eigentlich sind und was genau sie eigentlich wollen. Seit wann ist denn das ein Grund ausfällig zu werden? Das trifft ja schließlich auf 90% aller Abgeordneten des Bundestages und 100% aller Verdi-Chefs zu. Erstere würfeln aus lauter Mangel an Sachverstand jede Woche ein neues Maßnahmenpaket gegen die „Griechenlandkrise“ aus, welches das Vermögen von unten nach oben umverteilt, letzterer findet dass ganz toll und hat gleichzeitig große Sympathie für die Occupy-Bewegung. Wahrscheinlich, weil die in einer Woche mehr Menschen auf die Straße kriegen, als seine korrupte Rammelorganisation Mitglieder hat.
Ich finde die Occupy-Bewegung (noch) gut, grade weil sie keine scharfen Ziele formuliert. Denn wir alle wissen nicht was falsch läuft, wir wissen nur das etwas falsch läuft. So, und damit endlich Licht werde wo vorher Dunkelheit war, habe ich mich persönlich mich mit Gott in Verbindung gesetzt und mir das Problem erklären lassen. Vorab: Es ist keine Kapitalismuskrise, keine Schuldenkrise, keine Bankenkrise, keine Spekulantenkrise und auch keine Wirtschaftskrise. Es ist eine monetäre Krise die eine Demokratiekrise nach sich zieht. So ist sie entstanden:

Vor vielen Jahren haben viele böse Männer sich zusammengesetzt und ein perfides System ersonnen, mit dem sie heimlich und unerkannt das Vermögen aller Menschen in ihre Taschen transferieren. Das tun sie mit Hilfe von Geld, dass keinen eigenen Wert mehr besitzt, sondern eine Schuldverschreibung darstellt. Wer Geld haben will muss es sich leihen und, simsalabim, mit Zins zurückzahlen. Moment, stop, bevor jetzt jemand meint ich würde hier vom internationalen Finanzjudentum und so, also nein, nein. Ich hab auch nicht mit Allah gesprochen. Der Gott heißt Hönir und hat mit dem Zins per se garkein Problem. So sprach Gott zu mir: Ein Geldschein entsteht durch Schulden. Jemand geht zur EZB, die richtet ein Konto mit -10 EUR ein und rückt dafür einen 10 EUR Schein herhaus. Darum sollten wir auch besser nicht alle Schulden tilgen, dann gäbe es nämlich kein Geld mehr. Nach einem Jahr will die EZB nicht nur die 10 EUR zurück haben sondern 10 EUR plus Zinsen. Ausser der EZB machen das auch andere Banken. Dafür erbringen die Banken keine Leistung. Denn der 10 EUR-Schein hat keinen Wert. Er repräsentiert nur das Versprechen, dass jemand eines Tages den Schein mit Zins zurückbringt. Hätte die Bank einen Silber-Taler verliehen, hätte sie eine Leistung erbracht, denn der Silber-Taler hat einen Wert. Er ist nicht das Versprechen, sich eines Tages in ein wertvolles Stück Silber zu verwandeln, nein, er ist das Stück Silber. Der 10 EUR Schein ist nur Papier. Und alle Menschen die mit diesen Scheinen bezahlen, müssen ackern und rackern und strampeln um die vielen Zinsen zu erwirtschaften, die die Bankster sich in ihre Taschen stecken ohne dafür zu arbeiten. Darum gibt es bei den Banken Händler die mehrere Millionen EUR im Jahr als Bonus kassieren. Normale Menschen profitieren nicht. Sie zahlen immer mehr Zinsen als sie durch ihr Gespartes einnehmen. Bei dieser Krötenwanderung gelangen viele kleine Beträge von vielen Menschen immer weiter nach oben in die Nahrungskette und reichern sich bei einer kleinen Clique von Geldherrschern an. Gemein!

Alle mit diesem Zinseffekt verbundenen Gemeinheiten wie brutalst möglicher Wachstumszwang, rasender Ressourcenverbrauch inklusive Umweltzerstörung in Höchstgeschwindigkeit steht mit dieser einen Tatsache, dass Geld kein Geld sondern Schuld ist, ursächlich in Verbindung.

Gott hat mir gesagt, dass wir eine Geldreform brauchen. Bei dieser Reform werden erstmal alle Konten auf 0 gestellt und dann wird ein Geldschein als Stellvertreter für einen real existierenden Gegenwert gedruckt. Wer den Schein vorlegt kann jederzeit die Herausgabe des Gegenwertes verlangen. Der Tausch des Scheins in realen Gegenwert und zurück ist eine hoheitliche Aufgabe und daher ist mir der Vorschlag der Linkspartei (ein Verein, mit dem mich sonst nicht so furchtbar viel verbindet), alle Banken zu verstaatlichen, garnicht mal so unsympathisch. Gott liebt euch, liebe Genossinnen und Genossen.
Der alte Gauck kann das alles nicht verstehen. Für ihn hat Griechenland ein Liquiditätsproblem und Liquidität muss man durch Kredite bereitstellen. Griechenlandrettung eben. Aber Gott hat mir auch noch gesagt, dass man nicht lügen soll und deshalb soll man auch die laufende Umverteilung von Vermögen aus Steuergeldern an die Banken nicht EFSF,ESM, DBDDHKP oder LMAA nennen. Und schongarnicht soll man es „Rettungspaket für die Griechen“ nennen, denn die fühlen sich garnicht gerettet (wen wundert’s). Die Griechen lässt man im Regen stehen, gibt ihnen aber einen Schirm, einen Rettungsschirm.

„Rettungsschirm“ klingt viel besser als zum Beispiel „Rechtsbruch“. Obwohl das in diesem Fall genau das gleiche ist. Rauskaufen von Pleitegeiern ist nicht erlaubt. Und Geld drucken durch die EZB auch nicht. Aber das kümmert in der Abenddämmerung der Europäischen Demokratie nicht mehr. Ein Vertrag ist ja auch nur aus Papier und damit genau wie der Geldschein nur Stellvertreter eines Versprechens. Und wer hätte sich nicht schonmal versprochen. Da werden aus 100 Mrd. über Nacht 200, dann 400 zuletzt 1 Billionen oder vielleicht auch zwei und das alles ohne das die gewählten Volksvertreter lange darüber beraten hätten. 2 Billonen, das sind 6 Bundeshaushalte und ich habe Haushaltsdebatten gesehen, die vielen wegen kleinerer Beträge lauter aus, als die wöchentliche Rettungsschirmvergrößerungsabnickrunde. Das erschüttert das Vertrauen in die Demokratie und stürzt die EU in eine Legitimationskrise. Oje, noch ne Krise.

Die Occupy-Bewegung hat gemerkt, dass da was faul ist. Wie kann es sein, dass die Deutsche Bank mit einem Schapspinnchen voll Eigenkapital Risikogeschäfte in eine Dimension hebelt, für die selbst hartgesottene Hedgefund-Heuschrecken nicht genug Arsch in der Hose hätten? Und nun, da die Sache schief geht verlangt der Anführer der Bankster-Bande Anschu Ackermann die Gemeinschaft solle die Zeche zahlen. Und das stinkt der Occupy-Bewegung offenbar. Und mir, Herr Gauck, stinkt das auch. Und jetzt sag mir da bloß keiner, diese Raubritter wären Systemrelevant und unverzichtbar. Wenn in der Realwirtschaft jemand eine Sache erwirbt, den Wert der Sache durch seine Arbeit vermehrt und die Sache dann zu einem höheren Preis veräussert, schlägt der Staat mit 19% Mehrwertsteuer zu. Wieso kann die Bank solche Geschäfte steuerfrei machen? Warum ereifert man sich gar über lächerliche 0,1% Finanztransaktionssteuer? Weg mit der blöden Finanztransaktionssteuer, her mit 19% Mehrwertsteuer auf Finanzprodukte! Und noch etwas hat Gott mir verraten: Der Markt regelt alles ganz von selbst. Deshalb, so Gott, sollen wir den laufenden Transfer von Steuergeldern zu den Bankstern über den Umweg Griechenland sofort stoppen. Dann hätten wir Gläubigerhaftung. Nicht 30% nicht 50% nicht 70%, nein 100% Gläubigerhaftung hätten wir dann. Ach so, übrigens die ganze Wahrheit: Jeder Privattrottel der sich eine Lebensversicherung mit Riester und Fondsparen und, und, und hat andrehen lassen ist auch ein Gläubiger und geht mit in die Haftung.

Nach §90 StGB müsste ich für die verunglimpfung des Bundespräsidenten ins Kittchen. Nie würde ich mich lästerlich über den Herrn Bundespräsidenten äussern. Aber den ollen Gauck den kann man doch in der Pfeife rauchen.

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The thefts from Iceland

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The Icelanders earned unprecedented amounts of money for years, had one of the worlds highest living standards and enjoyed a booming economic. People from all across Europe gave their hard-earned savings to Icelandic banks. The Icelanders had no bearing on the EU for years.

Then the financial crisis came. The mini-state faced the total collapse. The IMF helped, the EU helped. The investors of the Icelandic banks lost their deposits. And (like the Irish vote for the Lisbon treaty) Iceland seeks in crisis times the protection of the EU and the strong Euro. But they did not want to indemnify the cheated investors. Icelands president Olafur Ragnar Grimsson refused to sign a corresponding indemification act (Icesafe bill) because of protest on the street. The Icelanders want to take but did not want to give. If this would be the result of the upcoming referendum, the consequences for the Icelanders would be awful. That a EU-Accession will be impossible than goes without saying. But no one in the world will ever again entrust a single Cent to an Icelander. And no one will accept a single Króna as a currency. The icelandic Króna will be non-tradable world wide. The icelanders can not import any goods nor sell their goods to others. Like in the stone ages, they just can barter. In less then 20 years Iceland will regress to a nature paradise without a trace of human civilization. That is what Grimsson should write on every ballot.

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Die Diebe aus Island

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Jahrelang verdienten die Isländer beispiellose Geldbeträge, pflegten einen der weltweit höchsten Lebensstandards und erfreuten sich an einer boomenden Wirtschaft. Menschen aus ganz Europa gaben Isländischen Banken ihre sauer verdienten Ersparnisse. Jahrelang wollten die Isländer mit der EU nichts zu tun haben.

Dann kam die Finanzkrise. Der totale Kollaps des Zwergenstaates stand unmittelbar bevor. Der IWF half, die EU half. Die Anleger der Isländischen Banken verloren ihre Einlagen. Und (ähnlich dem irischen Votum für den Vertrag von Lissabon) will Island nun angesichts der Krise den Schutz der EU und natürlich möglichst schnell den, des starken Euros. Doch die geprellten Anleger will man nicht entschädigen. Islands Präsident Olafur Ragnar Grimsson verweigerte auf Druck der Strasse seine Unterschrift unter das Entschädigungsgesetz. Die Isländer wollen gerne nehmen aber nichts geben. Sollte bei der anstehenden Volksabstimmung tatsächlich dieses Ergebnis heraus kommen blüht den Isländern furchtbares. Das ein EU-Beitritt dann unmöglich ist, versteht sich von selbst. Aber kein Mensch auf dieser Welt wird einem Isländer jemals wieder einen Cent anvertrauen. Und niemand wird sich mit isländischen Kronen bezahlen lassen. Die isländische Krone wird weltweit nicht mehr handelbar sein. Die Isländer können nichts mehr importieren und ihre Waren nicht mehr verkaufen. Sie können nur noch, wie in der Steinzeit, tauschen. In weniger als 20 Jahren wird Island sich in ein Naturparadies ohne die geringste Spur menschlicher Zivilisation zurückentwickeln. Das sollte Grimsson auf jeden Stimmzettel schreiben.

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A view on Oury Jalloh

Diesen Artikel gibt es auch in Deutsch.

Five years ago the at that time 23 year old asylum seeker Oury Jalloh from Sierra Leone died in police custody. Since then myths and conspiracy theories are growing around his death. An independent investiagtion showed, that Jalloh burned to death in his cell and that the desk sergeant acknowledged the fire alarm without looking after him. While some imply that the police murdered Jalloh, the policemen tried to redeem themselves.

Jalloh was drugged and rowdyish, wherefore the policemen tied him to his bed. There he took a lighter out of his pocket unnoticed and ignited his mattress. The fire detection system was defect and gave false alarm constantly. Therefore the desk seargeant switched it off without verifying Jallohs cell.

The courts decided in several proceedings for the police so far. But now the federal court of justice passed sentence and decided that the case has to be reviewed, because auf „numerous gaps“ in the verdict of the preceeding court.

In my opinion the police ought to have ransacked Jallohs pockets for dangerous items (like lighters) carefully befor his lockdown. And a faulty fire alarm system is a reason to double-check every alarm instead of just ignoring and turning it off. This all is at least reckless. And thats why it is right that the acquittal of the desk seargent was invalidated. But that the policemen deliberately murdered Jalloh is a myth.

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Ein Blick auf Oury Jalloh

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Vor fünf Jahren starb der damals 23 jährige Asylbewerber Oury Jalloh aus Sierra Leone in Polizeigewahrsam. Seither ranken sich Mythen und Verschwörungstheorien um seinen gewaltsamen Tod. Eine unabhängige Untersuchung brachte zutage, dass Jalloh in seiner Zelle verbrannt ist und der Diensthabende Polizist den Feueralarm quittierte, ohne in die Zelle zu blicken. Während die einen den Polizisten Mord unterstellen, versuchten diese ihre Hände in Unschuld zu waschen.

Jalloh stand unter Drogeneinfluss und war gewalttätig, weshalb die Beamten ihn an sein Bett fesselten. Dort hätte er unbemerkt ein Feuerzeug aus seiner Tasche gefischt und die Matratze entzündet. Die Brandmeldeanlage war defekt und löste ständig Fehlalarme aus. Daher quittierte der diensthabende Polizist das Alarmsignal, ohne die Zelle vorher überprüft zu haben.

Bislang gaben die Gerichte den Polizisten recht, jetzt sprach der Bundesgerichtshof sein Urteil und verlangt dass der Fall neu aufgerollt wird, da das vorangegangene Urteil „zahlreiche Lücken“ aufweise. Ich bin der Meinung Jalloh hätte vor der Einschließung nach gefährlichen Gegenständen (zum Beispiel Feuerzeugen) durchsucht werden müssen und eine defekte Brandmeldeanlage ist ein Grund, jeden Alarm genau zu kontrollieren, anstatt den Alarm einfach auzuschalten. Das alles ist mindestens Fahrlässig. Und deshalb ist es richtig, dass der Freispruch gegen den diensthabenden Polizisten aufgehoben wurde. Das die Polizisten Jalloh allerdings absichtlich ermordet hätten, ist ein Märchen.

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Erika and the tale of Adolf

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The Federation of Expellees, (DE: „Bund der Vertriebenen, BdV“, not to confuse with the „Bund der Versicherten“, EN: Federation of insurants) is a league of pensioners on which conventions many old grandmas and grandpas wallow in memories of the good, old times. Once, when the german people knew, where they came from (Germany) and where they wanted to go (Russia). These grandmas and grandpas are so german, that they set up their own christian-german-occidental-german-essentially-german constitution (in german) with their charta, because the constitution of the federal Republic of Germany is simply not german enough for them. The eldes grandma of the BdV is Erika Steinbach (german). The grandmas and grandpas once had been expelled from their homeland (Poland). Therefore they call themselves german homeland expellees. And therefore they want to build a memorial (in Poland) to let the world remember this injustice. The grandmas and grandpas are mainly aware of their german folklore. They are lesser aware of the feelings of our european friends in Poland and other neighbouring countries. And therefore the german homeland expellees catch hell from our foreign minister. But to get a better understanding of the homeland expelled grandmas and grandpas one has to know the whole story.

Once upon a time the mighty and much-loved sovereign Adolf ruled the land. He was the germanst of all germans, tall grown and strong. His blond hair mirrored the sheen of the sun and his eyes were blue like the skies. Adolf wanted to bless the whole world with the being-german, so that german songs would be sung, german beer would be drunk and german trouseres would be worn. The germans, particularly the ones from the todays BdV (at that time BdM, „League of german maidens“) , found this idea so wise and clever, that they gifted Adolf with a lot of applause, flowers and flags. So Adolf turned all german men into soldiers and sent them out into the world. First and foremost he wanted to turn Russia german. So his soldiers went to Russia. On their way they had to walk through Poland, where they accidentally trampled some acres, burned down some villages or brought some Poles grief in the one or other way.

Fig. 1: Marta Jablonski tells Fritz Müller that she finds german trousers completely inacceptable.

Therefore the people in Poland and Russia got very angry about the Germans. They did not liked the german trousers and many preferred vodka to beer. Together with all the other countries they pummeled the Germans and sent them back to Germany. The Russians were even that angry, that they demanded a piece of land as redemption from sovereign Adolf. But he died suddendly and unexpected from a plumbism. So the russian king kicked with his boot strongly against Poland and shifted it to the west up to the Oder river. Where once was Poland, now were Russia and the Poles who used to live there had to move to the west if they did not want to live in Russia. Where once was a piece of Germany now were Poland and the Germans who used to live here had to move to the west if they did not want to live in Poland. And the few who wanted were simply thrown out by the Poles, because the Poles still were a little bit angry about the Germans. People tell that the expulsion wasn’t very squeamish. But a newer German saying goes: They sow the german folklore and reap the shift to west. Germans had been expelled from other countries, too.

And these expellees and their children united in the BdV. They are trying with united forces to restore the good, old german conditions. With Erika Steinbach leading the way. She wants to shift back Poland a bit in direction of Russia. But the Poles said, they did not want to move again and the Russians did not want to give away their new gained piece of land.

So the Germans would have to fight another war. But the past showed that Germans were not very successfull in fighting wars and therefore the vast majority of the Germans want everything to stay as it is right now. For them, the BdV and Erika are just a pain in the neck. And most of the Germans are glad about if our foreign minister puts Erika over the knee and tatoos woe to the vanquished on her rear. Tied up as a packet he than can deliver her to the CSU. So two, who have no support in the public can talk over their psychosis.

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Erika und das Märchen von Adolf

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Der Bund der Vertriebenen (auch: der Heimatvertriebenen), kurz BdV (nicht zu verwechseln mit dem Bund der Versicherten) ist eine Rentnervereinigung, auf deren Versammlungen viele alte Omas und Opas in Erinnerungen an die guten, alten Zeiten schwelgen. Damals, als das deutsche Volk noch wusste, wo es herkam (aus Deutschland) und wo es hinwollte (nach Russland). Die Omas und Opas sind so deutsch, dass sie sich mit der Charta des BdV ein christlich-deutsches-abendländisch-deutsches-urdeutsches Grundgesetz (deutsch) gegeben haben, weil ihnen das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland einfach nicht deutsch genung ist. Die älteste Oma des BdV heisst Erika Steinbach (Deutsche). Die Omas und Opas sind einmal aus ihrer Heimat (Polen) vertrieben worden. Deshalb nennen sie sich auch deutsche Heimatvertriebene. Und deshlab wollen sie ein Denkmal bauen (in Polen), dass alle Welt an das Unrecht dieser Vertreibung erinnert. Den Omas und Opas ist vor allem eines bewusst: Ihr deutsches Volkstum. Weniger bewusst sind ihnen die Sorgen und Nöte unserer europäischen Freunde in Polen und anderen Nachbarländern. Und deshalb kriegen die deutschen Heimatvertriebenen Schimpfe von unserem Aussenminister. Aber um die heimatvertriebenen Omas und Opas zu verstehen, muss man die ganze Geschichte der Vertriebenen kennen.

Es regierte einst vor vielen Jahren der mächtige und allseits beliebte Herrscher Adolf. Er war der deutscheste aller Deutschen, hochgewachsen und kräftig. Sein blondes Haar widerspiegelte den Glanz der Sonne und seine Augen waren blau wie der Himmel. Adolf wollte die ganze Welt mit dem Deutsch-Sein beglücken, damit überall deutsche Lieder gesungen, deutsches Bier getrunken und deutsche Hosen getragen werden. Die Deutschen, auch und insbesondere die vom BdV (damals noch BdM, Bund deutscher Mädel), fanden die Idee so klug und weise, dass sie Adolf Jubel, Beifall, Blumen und Fahnen schenkten. Da machte Adolf aus allen deutschen Männern Soldaten und schickte sie hinaus in die ganze Welt. Vor allem wollte Adolf, dass Russland endlich deutsch wird. Daher gingen seine Soldaten nach Russland. Auf dem Weg dorthint mussten sie durch Polen laufen, wobei sie versehentlich einige Felder zertraten, ein Paar Städte niederbrannten und einige Polen wohl auf die ein oder andere Weise zu Schaden kamen.

Bild 1: Marta Jablonski erklärt Fritz Müller dass sie deutsche Hosen völlig inakzeptabel findet.

Daher wurden die Menschen in Polen und Russland sehr wütend auf die Deutschen, denn sie mochten die deutschen Hosen nicht und vielen tranken lieber Wodka als Bier. Sie schlossen sich mit anderen Ländern zusammen und verprügelten die Deutschen und schickten sie wieder nach Deutschland. Die Russen waren so wütend, dass sie sogar vom Herrscher Adolf ein Stück Land als Wiedergutmachung forderten. Der aber starb unerwartet plötzlich an einer Bleivergiftung. Also trat der russische König mit seinem Stiefel kräftig gegen Polen, dass darauf hin bis zur Oder Richtung Deutschland rutschte. Da wo vorher Polen war, war nun Russland und die Polen die hier gewohnt hatten mussten alle nach Westen laufen, wollten sie nicht in Russland leben. Da wo vorher ein Stück Deutschland war, war jetzt Polen und die Deutschen die hier wohnten mussten alle ein Stück weiter nach Deutschland hinein laufen, wollten sie nicht in Polen leben. Und die Paar, die es wollten, wurden von den Polen einfach hinausgeworfen. Denn die Polen waren immer noch ein bißchen wütend auf die Deutschen. Man erzählt sich, dass der Rauswurf nicht sonderlich zimperlich war. Aber ein neueres deutsches Sprichwort sagt: Wer deutsches Volkstum säht, wird Westverschiebung ernten. Auch aus anderen Ländern wurden Deutsche vertrieben.

Und diese Vertriebenen und deren Kinder haben sich im BdV zusammengeschlossen. Gemeinsam versuchen sie, die guten, alten deutschen Zustände widerherzustellen. Allen voran die Erika Steinbach, die Polen wieder ein Stück zurück nach Russland schieben möchte. Die Polen haben aber gesagt, dass sie keine Lust hätten, schon wieder umzuziehen und die Russen wollen ihr neues Stück Land auch nicht mehr hergeben.

Also müssten die Deutschen wieder einen Krieg führen. Da sich in der Vergangenheit aber gezeigt hat, dass Deutschland nicht sonderlich erfolgreich im Kriegführen ist, möchten die aller meisten Deutschen, dass alles so bleibt, wie es ist. Ihnen gehen der BdV und die Erika ganz gehörig auf die Nerven. Und die meisten Deutschen freuen sich deshalb, wenn unser Aussenminister die Erika über das Knie legt und ihr in schönen, grossen Buchstaben die Worte „Wehe den Besiegten“ auf das Hinterteil tätowiert. Als Paket verschnürt kann er sie dann bei der CSU abliefern. Dann können sich zwei, die im Volk keinen Rückhalt haben, über ihre Psychosen austauschen.

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