14. April 2009

Freiheit für Nadja Benaissa!

Die Pop-Sängerin Nadja Benaissa wurde wegen des Verdachts, eine schwere Körperverletzung begangen zu haben, arrestiert. Ihr wird vorgeworfen, wofür man vor ihr schon einige hinter Schloss und Riegel brachte. Die No Angels Sängerin hat vor dem Geschlechtsverkehr ihre HIV-Infektion verschwiegen. Ein Skandal und Anlass die AIDS und HIV-Problematik zu diskutieren.

Lange Zeit wurde das Acquired Immune Deficiency Syndrome (AIDS) als reine Schwulenkrankheit betrachtet. Doch seit den Aufklärungskampagnen der späten 80er Jahre wissen wir, dass AIDS, da bevorzugt durch Geschlechtsverkehr übertragen, eigentlich nur die Krankheit der Promisken ist. Oder besser gesagt, der Promisken, die für ihren persönlichen Lustgewinn ungern ein schützendes Kondom verwenden. Weil die Sexualität uns Primaten aber ein so unglaublich wichtiger Zeitvertreib ist fühlen wir alle uns vom HI Virus in allen Lebenslagen bedrängt und verfolgt. Deshalb gibt es eine unüberschaubare Vielzahl von Anti-AIDS-Kampfgruppen, AIDS-Kongressen, AIDS-Galen, AIDS-Stiftungen und Solidaritätssymbolen.

Das rote Band, dass seinen Träger als aufgeklärten, panikfreien AIDS-Erkranktenliebhaber auszeichnet, wird zu vorbezeichneten Anlässen gerne von Politikern, Künstlern und allen möglichen anderen Leuten herumgetragen. Die Vorschläge zum Umgang mit an AIDS Erkrankten der 80er Jahre, wie eine namentliche Meldepflicht, ein zentrales Melderegister, eine an der Stirn aufgebrachte Tättowierung oder andere Identifizierungsmaßnahmen sind nicht zuletzt dank der red ribbon campaign von breiten Schichten der Bevölkerung als entwürdigend verworfen worden. Zuletzt gab die indonesische Regierung ihre Pläne auf, HIV-Infizierten einen Mikro-Chip unter die Haut zu implantieren, um die Verseuchten überwachen um vom Geschlechtsverkehr abhalten zu können. Die Benetton-Kampagne, die einen nackten Popo mit den aufgestempelten Buchstaben HIV darstellte, sorgte für breites Entsetzen, weil unsere hochentwickelte Gesellschaft eine derartige Stigmatisierung der Betroffenen ablehnt.

Um so verwunderlicher ist es, dass niemand sich über die Inhaftierung HIV-Infizierter erregt, die vor dem Geschlechtsverkehr ihre Partner nicht über die Infektion aufgeklärt haben. Darin sieht der BGH doch tatsächlich tatbestandsmäßig eine „Gefährliche Körperverletzung durch eine die Gesundheit schädigende Behandlung“. Nun muss man als Geschlechtsverkehrender wissen, dass mit dem intimen Liebesakt, bedingt durch die unvermeidliche Nähe und den Austausch von Körperflüssigkeiten, auch immer ein gewisses Infektionsrisiko verbunden ist. Daher erkranken Eheleute fast immer gemeinsam an Husten, Schnupfen, Syphillis oder der schwarzen Lungenpest. Das hat aber noch keinen Liebenden dazu bewogen, seinen Partner wegen Körperverletzung zu belangen, wenn er nach dem Blasen einen Lippenherpes bekommen hat und infolge dessen auch keinen Richter, ein entsprechendes Urteil zu fällen. Dabei gibt es eine ganze Reihe von Krankheiten die mit einem einzigen Kuss übertragbar wären und binnen kurzer Zeit zum Tode des Geküssten führen könnten. Die Lungenentzündung sei hier als Beispiel ins Felde geführt. Das sich nach dem Sex bei erfolgter Befruchtung gewisse Gewährleistungsansprüche ergeben, mag dem juristischen Laien ja noch einleuchten. Aber das man demnächst aus formaljuristischen Gründen ein Schild mit der Aufschrift „Poppen auf eigene Gefahr“ oder „Kann Spuren von Erregern enthalten“ tragen muss, um sich nach einem Stelldichein nicht hinter schwedischen Gardienen wiederzufinden, ist dem liebeshungrigen Volk doch wohl kaum vermittelbar. Darüber hinaus ist die Aufklärungspflicht eines Infizierten auch noch einigermaßen praxisfremd. Wer würde schon daran denken, nach dem Disko-Besuch morgens um drei mit 23 Bier und 10 Doppelkorn intus einer nicht minder besoffenen, abgeschleppten Tussi seine Krankheitsgeschichte zu erläutern?

HIV wird eben, von ein paar verseuchten Blutkonserven abgesehen, ausschließlich durch Geschlechtsverkehr übertragen und ist uns Primaten daher besonders unheimlich. Wir wissen, dass häufig wechselnde Geschlechtspartner das Infektionsrisiko nicht nur beträchtlich erhöhen sondern eine Infektion überhaupt erst möglich machen. Denn zwei Menschen, die sich jungfräulich im Teenager-Alter miteinander verbinden, sich ewig treu bleiben, könnten ihr ganzes Leben lang alle möglichen Schweinereien ungeschützt praktizieren ohne eine Infektion befürchten zu müssen. Zwar leben wir fast alle treu und monogam, aber bei genauer Betrachtung doch nur für einen bestimmten Zeitraum, weshalb der Anthrpologe das menschliche Bindungsverhalten als multisequenzielle Monogamie bezeichnet. Je nach Länge dieses Zeitraums kann damit vom wechselhaften Liebesleben bis zur Fickorgie so ziemlich alles gemeint sein. Und weil unser Primatengehirn darauf programmiert ist, unsere Gene möglichst weit zu verbreiten, finden wir viele, wechselnde Geschlechtspartner gut. Sogar die Schwulen, obwohl denen die Verbreitung der Gene eigentlich am Arsch vorbei gehen könnte. Und deshalb tun wir alles, um die Seuche AIDS einzudämmen.

Seit der offiziellen Anerkennung als Krankheit 1981 starben weltweit etwa 25 Millionen Menschen an AIDS, jedes Jahr fordert das HI-Virus etwa 2,5 Millionen Tote. Die UN-AIDS-Konferenz forderte 2006 in ihrer in New York vorgelegten Abschlusserklärung jährliche Finanzmittel von 23 Milliarden US-Dollar (pro Jahr) für den Kampf gegen AIDS.

Das die Vereinten Nationen weltweit 100.000 Tote pro Tag durch Hunger zählen (multiplizieren Sie diese Zahl mal mit 365 Tagen), sorgt für keine sonderliche Unruhe. Auch wenn Liebe durch den Magen geht. Das ist aber ganz normal, denn jeder von uns weiss, wie schrecklich sich ein Kondom anfühlt. Wie schrecklich sich Hunger anfühlt ist uns dagegen völlig unbekannt. An eine Umverteilung der Finanzmittel zu Gunsten der Hungerhilfe ist daher in absehbarar Zeit wohl nicht zu denken.

Aber wenigstens die Nadja könnt ihr rauslassen. Die wollte bestimmt niemanden verletzen, sondern konnte nach dem Disko-Besuch die Worte „erworbene Immunschwäche“ einfach nicht mehr aussprechen und damit ihrer Aufklärungspflicht auch nicht nachkommen. Wenn der Staat schon Millionenbeträge in AIDS-Aufklärungskampagnen pumpt, dürfen wir dafür wohl auch ein gewisses Maß an Eigenverantwortung von Nadjas Besteiger erwarten.

19. Juni 2008

Alphablödsinn: Feminismus ohne Ziel und Zähne

Es ward nicht schlecht staunen, als die gestrige Online-Ausgabe der TAZ mich auf die Nähe von Charlotte Roche zur feministischen Bewegung aufmerksam machte. Die Charlotte Roche, die mit ihren Blechklunkern im Gesicht bei VIVA das minderjährige Fernsehpublikum mit Popmusik bedudelte, bevor sie versuchte, mit Lesungen über autoerotische Unfälle älterer Männer, die unter Zuhilfenahme eines Staubsaugers onanierten, auf sich aufmerksam zu machen. Zwischendurch laß die Dame auch mal aus der Bild-Zeitung, versuchte sich an der Seite des Arztes Bela B. erschreckend offenkundig ohne jegliches Talent als Sängerin und machte jüngst mit einem Porno namens „Feuchtgebiete“ von sich reden. Eine Vita, die auf einen pathologischen Geltungsdrang hindeutet. Warum sie dafür als Vertreterin irgendeiner feministischen Bewegung geehrt wird, bleibt rätselhaft.

Lisa Ortgies ward einst Moderatorin der WDR-Sendung Frau-TV, ein Format dass seine ZuschauerInnen mit Themen wie „Beruf:Hexe“, „Traummann gesucht“, „Männer und Einkaufen“ oder „Telefonsex“ zu unterhalten versuchte. Dass Frau-TV dabei auf Kochrezepte, Diäten und Schmink-Tips verzichtete mag daran gelegen haben, dass man der Zeitschrift „Brigitte“ keine Konkurrenz machen wollte. Daher rieb ich mir ungläubig die Augen, als die Urmutter des deutschen Feminismus, Alice Schwarzer, die Moderatorin von Frau-TV zur Chefredakteurin der Institution EMMA berief. Der Posten ist nach dem Rauswurf von Boulevard-Lisa jetzt wieder vakant und die großen Zeitungen haben alle kräftig auf die Alice eingedroschen(TAZ: „Radikalfeministin“, „Unfehlbarkeitsdogma“, FAZ: „rasende Selbstverliebtheit“, „Egomanie“). Sicher, es war ein Fehler, dass Alice Schwarzer die Fähigkeiten und die Leistungsbereitschaft von Lisa Ortgies so deutlich überschätzt hatte. Aber wenigstens hat sie ihn erkannt und korrigiert.

Der Vorfall offenbart die systemische Krise des Feminismus, wenn sich nach Schwarzer einfach keine mehr findet, die das Ruder bei EMMA übernehmen könnte. Weil aus den politischen, kämpfenden Feministinnen über Nacht angepasste Pop-Tussis, Girlies und Alphamädchen geworden sind. Letztere tragen dabei ihre Kapitulation vor dem Patriarchat schon im Namen und führen fort, was Verena Feldbusch-Poth in jenem unerträglichen „Fernsehwettstreit“ bei Johannes „Boulevard“ Kerner Alice Schwarzer entgegenschleuderte: Ich bin jung, hübsch und sexy und deshalb eine beliebte Frau. Zum kotzen findet das offenbar kaum noch eine, denn in Scharen rennen die jungen Frauen zu menschenverachtenden Fernsehsendungen, wie deutschlands Top-Model oder „The Swan“, wo dem häßlichen Entlein vor laufender Kamera die Zähne rausgerissen werden um ein auf Normschönheit optimiertes Gebiss zu implantieren. Mehr Silikon, mehr Haut, mehr Jugend, dass ist der neue Feminismus, dem die Kolumnisten wohlgesonnen sind. Denn sie mögen Frauenbewegungen, solange sie schön rhythmisch sind. Und so schmücken sich die Alphamännchen, von Joschka Fischer bis Johannes Rau, sicher vor jeglicher Kritik, mit dreißig Jahre jüngeren Weibern ohne sie dafür zu bezahlen.

Die gnadenlose Reduktion der Frau auf ihre sexuelle Ausstrahlungskraft, eine Kraft, die immer auch Jugendlichkeit bedingt, ist für die neuen Feministinnen offenbar kein Problem. Man bezeichnet sich lieber als Mädchen, statt als Frau. Denn Frauen sind alt, und alte Weiber findet man in keinem Kinofilm, in keinem Werbespot und in keinem Musikvideo. Freche Mädchen sind angesagt, wobei frech ein Synonym für Tättowierungen oder Blechknöpfe im Gesicht ist, aber nicht für das Aufbegehren gegen sexuelle Ausbeutung und gewaltsame Unterdrückung.

Wenn ich an eine Literatin denke, die sich als Feministin verdient gemacht hat, fällt mir Elfriede Jelinek ein, aber bestimmt nicht Charlotte Roche. Ob Frau Jelinek aber eine Sendung bei VIVA übernehmen würde, um die kommende Generation junger Frauen gegen den „Bachelor“ und die Hungermodels zu wappnen, darf bezweifelt werden. Daher erheben wir unsere Gläser auf die Frauen, die wir so gerne unter uns haben.

29. April 2008

Deutscher Islamist bedroht den Frieden

Der deutsche Islamist Karl G. aus Marl-Sinsen hat in einer Videobotschaft auf seinem Blog zum heiligen Krieg aufgerufen. Ermittler des BKA stufen deshalb den 22 Jährigen als hochgradig gewaltbereit und gefährlich ein. Karl G. reiste mit dem 24 jährigen Mahmud ben B. nach Ägypten. Außerdem aß er in einem Vorort von Köln einen Döner und hatte in der U-Bahn über einen auf den Sitz geschmierten Judenwitz gelacht. Karl G. operiere nach Aussage des BKA so subtil, dass die Ermittler bislang keinen konkreten Verdacht gegen ihn hervorbringen konnten. Das Innenministerium versetzte darauf hin die Sicherheitskräfte in erhöhte Sitzpositionen.

25. April 2008

Kinderliebe

Pfaffe und KinderDer katholische Nachrichtendienst zitiert Bischof Mixa mit den Worten „Liebe ist kein Pfaffengeschwätz“.
Da nehmen die Pfaffen den Bischof doch glatt beim Wort und verlieben sich in ihre kleinen Ministranten. Das ist nichts Neues, schließlich musste der heilige Stuhl erst kürzlich in die USA reisen und einige 10.000 minderjährige Missbrauchsopfer, die den Lenden katholischer Priester zum Opfer fielen, um Vergebung bitten. Den Priestern sei verziehen, schließlich soll der gute Christ die andere Backe ja auch noch hinhalten. Auch das in Hamburg mal wieder ein Pater wegen Kindesmissbrauch auf der Anklagebank sitz ist nicht unbedingt eine Überraschung. Etwas irritiert darf man über den gestrigen Aufmacher von kath.net dann aber schon sein, indem es um die mögliche Einsetzung eines schwulen Bischofs geht. Übertitelt ist der Reisser nämlich mit den Worten: „Schwuler Bischof ist ethische Katastrophe“. Da könnte man erstens den Eindruck gewinnen, bei der Katastrophengewichtung durch das katholische Presseorgan kämen einige Katastrophen ein bißchen zu glimpflich davon während zweitens die unter kirchlichen Würdenträgern so weit verbreiteten, homosexuellen Neigungen zu unrecht gegeißelt würden. Oder ist es ein Zufall das die Opfer des Missbrauchs fast ausnahmslos Knaben sind? Da muss man sich am Ende fragen, welche Eltern ihre Kinder, gleich ob Bub oder Mädel, in die Obhut katholischer Geistlicher geben. Schaut man sich an, wie die Kirche mit den Missbrauchsfällen und insbesondere mit den Tätern umgeht, drängt sich noch eine weitere Frage auf. Was ist eigentlich die schlimmere Sünde: Kinder sexuell zu missbrauchen oder dabei erwischt zu werden? Pfui Teufel.

6. März 2008

BPjM lässt die Sau raus

Ferkelbuch, Wo bitte geht’s zu Gott? fragte das kleine FerkelSeit heute ist es Amtlich: Das religionskritische Kinderbuch „Wo bitte geht’s zu Gott? fragte das kleine Ferkel“ wird nicht indiziert. In dem Buch, das auf der Amazon-Rangliste mittlerweile auf Platz drei rangiert, machen ein kleines Ferkel und ein Igel Bekanntschaft mit den irdischen Vertretern der drei großen monotheistischen Weltreligionen.

Die heilige Uschi von der Leyen hatte im Gleichschritt mit der katholischen Kirche versucht umzusetzen, was einem als Katholik eben als erstes zum Thema Kritik in den Sinn kommt: Verbieten. Ihr Ministerium hatte bei der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien (BPjM) einen Antrag auf Indizierung gestellt. Da Religionskritik an sich kaum ein Grund zur Bücherverbrennung ist, hatte von der Leyens Bundesministerium für Familie, Ehe, Keuschheit und Inquisitionsangelegenheiten den Vorwurf erhoben, das Buch sei Antisemitisch. Logisch, ein Rabbi bekommt in dem Kinderbuch sein Fett ebenso weg, wie ein Bischof und ein Imam. Heute kassierte sie die Ohrfeige, denn die BPjM wies den Antrag ab.

Einige Wochen zuvor hatte die Katholische Kirche eine Strafanzeige wegen Volksverhetzung gestellt. Auch die Pfaffen versuchten es mit der Antisemitismus-Karte. Doch der Staatsanwalt lehnte nach der Lektüre des Buches ein Verfahren ab. Ätsch! Nach 500 Jahren Judenhetze, die sich noch heute in künstlerischen Darstellungen an Kirchengemäuern manifestiert, war die Nummer an Unglaubwürdigkeit eh nicht mehr zu überbieten.

Heute ist ein guter Tag, ein richtig guter Tag. Die ganze Geschichte gibt es übrigens hier.

28. November 2007

Bublath bricht Therapie bei Nina Hagen ab

Nina Hagen und ein MarsmenschEs ist ja schon ein Weilchen her aber so schreikomisch dass man das einfach gesehen haben muss. Die ARD-Talkmasterin Sandra Maischberger lud am 30. Oktober 2007 zur Diskussion um „Ufos, Engel und Ausserirdische“. Anwesend waren unter Anderen auch ZDF-Fernseh-Physiker Joachim Bublath und Nina Hagen. Letztere erwischte Maischberger offensichtlich in einer manischen Phase, denn als Herr Bublath ihre Aussage, sie sei mit Ausserirdischen in Kontakt getreten in Zweifel zieht, rastet die buntbemalte Pop-Oma völlig aus. Nach einigen Minuten substanzenlosen Gestammels über die Macht des Lichtbringers, depleted uranium im Irak und Mars-Basen der Amerikaner steht Bublath entnervt auf und rettet den verbliebenen Rest seiner wertvollen Zeit indem er die Runde verlässt. Er hätte gedacht, es sei eine Diskussionsrunde, und nicht eine Therapiestunde. Nina Hagen will nach ihrer intensiven „Recherche“ jetzt ein Buch über die Opfer extraterrestrischer Entführungen schreiben. Schreiben ist eben auch eine Form der Therapie.

Mehr davon bei Telepolis, SpiegelOnline, FocusOnline oder WeltOnline. Und auch Oliver Kalkofe hat sich mit der bekloppten Nina Hagen schonmal auseinander gesetzt.

23. November 2007

Gläubige fragen, Weltwurst antwortet

BismillahDas Unwissen über den Islam und den Propheten (mögen tausend Bademeister ihm den Rücken kraulen) ist groß unter den Laien. Sie stellen ihre Fragen zum Beispiel im Shia-Forum an Unwissende und bekommen keine verlässlichen Antworten. Deshalb heisst es heute: Muslime Fragen, Weltwurst antwortet:

Yusuf fragt:

Ich habe mein Zimmer mit Bildern von Moscheen, Schriftzügen, ein Bild von Imam Ali (as), und andere Islamische bzw. Arabische Bilder, damit ich mich in einer etw. islamischeren Umgebung fühle. Ist das ein Problem wegen dem Beten, ich hab mal gehört, dass Räume, in denen Bilder sich befinden keine Engel hinkommen und die Gebete nicht erhört werden

Die unwissende Ansarshi3 antwortet:

Soweit ich weiss dürfen keine Bilder in die richtung Mekka hängen also in die richtung die du betest.

Lieber Yusuf, liebe Asarshi! Engel haben, wie ihr sicher wisst, Flügel. Daher ist ein geschlossenes Fenster für ihr Erscheinen weit hinderlicher als ein Bild an der Wand. Trotzdem mögen Engel bestimmte Abbildungen nicht gern leiden. Daher sind Bilder immer ein gewisses Risiko. Mit Harfenmusik lassen Engel sich allerding anlocken, was den Effekt eurer Bilder in Teilen kompensieren kann.

ra3d sucht Informationen über die dunkle Magie:

ich würde gerne eure mienung über zauber (keine zaubertricks sondern zauberflüche) wissen weil ich öffter über solche sachen gehört habe , und meistens in libanon eigentlich das sowas wirklich geben soll!!

Auch Anna kann etwas zum Thema beitragen:

tatsächlich wurde mir aus dem Bekanntenkreis berichtet, dass ein junger Mann verhext wurde, damit die Hochzeitnacht nicht stattfinden konnte. [...] Warum sollte das nicht möglich sein, bei einigen Völkern hört man ja auch von Voudo.Zauberei.

Lieber ra3d, liebe Anna,
natürlich gibt es schwarze Magie und böse Zauberei. Du liebe Anna hast völlig richtig erkannt, dass ein Anti-Fick-Zauber die Hochzeitsnacht Deiner Bekannten verhagelt hat. Da hilft nur ein einziges Mittel: Man muss den Zauberkundigen finden und auf einem Scheiterhaufen verbrennen!

Badr stellt eine ziemlich schwierige Frage:

Warum erschuf Allah die Menschen? Warum wird uns geboten Ihm zu dienen? Warum erschafft Allah Menschen, die ihm dienen sollen?

Das langt jetzt aber, Du ungläubiger Ketzer! Du sollst ihm dienen, weil wir es Dir befehlen! Also geh beten, zack, zack!

Badr hat schon wieder eine Frage:

Ich würde gerne erfahren, wie eure Meinung, Definition, Idee oder Vorstellung von Wissen und Intelligenz ist.
Was bedeuten diese Begriffe für euch??
Wann ist man schlau, was ist schlau, wie wird man schlau?

So lieber Badr, nun beginnst Du, die richtigen Fragen zu stellen. Man wird schlau wenn man

  • den Koran auswendig lernt
  • ausschließlich islamische Foren ließt
  • über nichts Anderes nachdenkt, als den allmächtigen Allerbarmer
  • immer schön alles tut was der Scheich, der Mufti, der Mullah und der Imam sagen
  • sich niemals mit irgendeinem Buch, einer Zeitschrift, einer Web-Seite oder einem anderen Medium befasst, dass unislamisch und haram ist.
  • Bis zum nächsten Mal,

    eure Weltwurst

    23. November 2007

    Glaubenspaket: Mit dem Bastel-Set zum Katholizismus

    Kirche in Not, ein Name der hoffen lässt, bietet Konvertierungswilligen und Glaubenseinsteigern das praktische Glaubenspaket für 19,90 EUR zum käuflichen Erwerb an. Enthalten ist neben dem KKK (Katechismus der katholischen Kirche), einer Opferspardose aus Pappe und einer dicken Kerze (die von einem Priester gesegnet wurde) auch die Prayer-Box. In der kleinen Blechbüchse findet sich ein Kreuz, ein Rosenkranz und ein Fläschchen mit Weihwasser, der ideale Reisebegleiter also falls man in seinem Urlaub die Begegnung mit blutsaugenden Vampiren befürchten muss. Der Hersteller verspricht großspurig:

    Segnen Sie sich und andere zuhause und auf Reisen mit Weihwasser. Weltweit können Sie das Fläschchen in jeder katholischen Kirche auffüllen.

    Sensationell. Und wer glaubt, dass das Alles mal wieder nur bösartige Verarsche der Weltwurst sei, möge sich hier von der bitteren Realität einholen lassen.

    18. November 2007

    Bahnstreik: Nieder mit der Tarifautonomie

    So hatten die Privatisierungsbefürworter um den Bahnpaten Mehdorn sich das mit dem Privateigentum nun wirklich nicht vorgestellt. Da kommen diese dreisten Lohnsklaven von der GDL doch tatsächlich auf die Idee Forderungen gegen die Deutsche Bahn zu formulieren, mehr Geld zu verlangen und sogar einen eigenen Tarifvertrag. Sauerei, schließlich sollte mit der Privatisierung doch alles billiger werden. Da hat man zunächst aus dem Staatsunternehmen ein Privatunternehmen gemacht und die Lokführer angestellt statt sie zu verbeamten. Und nun? Nun streiken sie. Dabei ist die Bahn doch ein elementares Berförderungemittel für die Wirtschaftsnation Deutschland, eine Hauptschlagader des Wachstums. Zugegeben, man hätte es bei dem Beamtenstatus belassen können und dieses lästige Streikproblem wäre erst gar nicht entstanden. Dann aber hätte man das 180 Mrd. Euro Unternehmen ja schlecht den Heuschrecken für etwa 8 Mrd. zum Fraß offerieren können. Jetzt hilft nur noch Eins: Weg mit der Tarifautonomie, her mit der Zwangsarbeit. Sonst kommt die Bahn nie von ihren hohen Betriebskosten runter.

    18. Juni 2007

    Lustige Pressestelle

    Gesucht hatte ich eigentlich Informationen über den Heilbronner Polizistenmord. Gefunden habe ich die äusserst kurzweilig verfassten Pressemeldungen der Heilbronner Polizei. Zur Kaffeepause empfohlen:

    Bissiger Unfallverursacher

    Am Freitag in den frühen Nachtstunden befuhr ein 28-jähriger Corsa Fahrer die K2047 in Richtung Kirchhausen. Als er in einen Feldweg abbiegen will, fährt ihm ein nachfolgender unbekannter BMW Fahrer in das Heck. Beide Fahrzeugführer halten zunächst im Feldweg an, um den Sachverhalt zu klären. Dabei kommt es zum Streit, in dessen Verlauf der BMW Fahrer den Corsa Fahrer in die Hand beisst. Dieser erleidet eine stark blutende Bisswunde. Zu allem Unglück machte sich der nicht korrekt gesicherte Pkw Opel Corsa selbstständig, und rollte in ein Maisfeld. Der Corsa Fahrer versuchte noch seinen PKW zum Stillstand zu bringen, was ihm nicht gelang. In diesem Moment machte sich der BMW Fahrer aus dem Staub.