Die Kumpel werden immer klüger. Gute Schulen, reichlich besuchte Bibliotheken und vom Theather über die Straßenmusik bis hin zum Opernhaus ein breit aufgestelltes Kulturangebot. Der Intelligenzquotient im Ruhrgebiet steigt weiter an. Als direkte Folge muß das Bistum Essen der heiligen römisch-katholischen Kirche knapp 100 Gotteshäuser schließen. Dazu ein Pfaffe aus Essen: „Die Gläubigen von heute nerven mit Logikaufgaben anstatt nach dem einen wahren Gott zu fragen. Ich werde gefragt, ob die heilige Dreifaltigkeit sechs Augen hat oder was genau der Papst mit „unfehlbar“ meint. Neulich meinte so ein Rotzlöffel sogar, dass Adam und Eva nur zwei Jungs hatten und die ja wohl beide mit der Mutter pimpern mussten, um den Fortbestand des Menschengeschlechts zu sichern. Hach Gott, Anno 1250 war alles sooo viel einfacher. Damals konnte ein Priester noch die Arme ausbreiten und sagen, es gibt nur einen Weg zu Gott: Hör auf mich, tu was ich Dir sage! Heute zieht das eben nicht mehr. Bis 1945 galt wenigstens noch der Grundsatz ‘Tu was man Dir sagt’, heute wird über alles gründlich nachgedacht.“
Und beim Nachdenken geht vielen Essenern ein Licht auf: Gott liebt mich auch ohne Weihwasser! Da spart mancher sich dann nicht nur den Kirchgang sondern macht gleich Nägel mit Köppe, tritt aus dem sinkend Kirchenschiff aus und spendet den 10ten lieber an ein Weisenhaus oder Greenpeace. Dadurch brechen den alten Männern in ihren schwarzen Kutten natürlich die Einnahmen weg. Und was machen die? Beten? Nein, die engagieren Unternehmensberater von McKinsey. Schließlich ist David Copperfield ja auch schonmal im Aufzug stecken geblieben oder um es anders zu formulieren: „Daß in den Kirchen gepredigt wird, macht deswegen die Blitzableiter auf ihnen nicht unnötig“ Und die McKinseys in schwarzen Anzügen sagen den Pfaffen in schwarzen Kutten dann was alle Unternehmensberater sagen:“Schmeißen sie Leute raus, machen sie Standorte dicht.“
Den elementaren Zusammenhang zwischen Bildung und der Anfälligkeit für klerikale Manipulationsversuche deckt eine Studie der Uni Wien auf, die auch der katholische Nachrichtendienst zitiert:“Nur noch ein Fünftel der Österreicher sind ‘traditionelle Gläubige’. Der typische Atheist ist jung, gebildet und lebt in Wien.“ und etwas weiter: „Traditionell Gläubige haben typischerweise ein hohes Alter, ein niedriges Bildungsniveau und wohnen häufiger in kleinen Gemeinden.“ Volksbildung und Klerus sind zwei Dinge die halt nicht zueinander passen. Die Erde ist eine Scheibe? Quatsch, die Erde ist ein Rotationsellipsoid.
Und gleich noch eine gute Nachricht aus dem Pott: Auch die evangelischen Seelenfängern haben ihr Kreuz zu tragen. Da wollte doch die Reinoldi-Gemeinde zu Dortmund ein gläsernes Häuschen an ihre Kirche montieren. Unter dem Namen Reinoldiforum sollte hier pünktlich zur Fußballweltmeisterschaft eine Rekrutierungs- und Wiedereintrittsstelle eingerichtet werden. Man spekulierte wohl darauf, dass stark alkoholisierte Fans für ein kaltes Bier so ziemlich alles unterschreiben, was man ihnen hinschiebt. Pech gehabt, der Bau wird nicht rechtzeitig fertig.
Das speziell die evangelische Kirche nicht zimperlich ist, wenn es um das Verdrücken von Abos geht, mussten einige Ossis in den Nachwendejahren erfahren. Da forderten die Kuttenträger von so machem Arbeiter und Bauern rückwirkend fehlende Kirchensteuer, weil man die Kirchenaustritte der DDR-Zeit nicht anerkennen mochte. Tja, der Mensch lebt halt nicht vom Brot allein. Nachzulesen ist das z.B. bei ZDF-Online oder der Ost/West-Zeitung Freitag.
Den Ausgang aus der Kirche findet man übrigens hier. Aber zacki zacki, denn die neue, schwarz-christliche Regierung in NRW will zukünftig für den Austritt 30 Piepen sehen. Bei veranschlagten 45.000 Austrittwilligen in 2006 macht das runde 1,3 Millionen Euro. Begründung: Verwaltungsaufwand! Die frohe Botschaft an diesem letzten Griff ins Portemonaie ist aber, dass die Kirchen keinen Pfenning von dem Geld sehen werden.
Ansonsten ist mit Blick auf die deutsche Kirchengeschichte noch festzustellen, dass 1775 Anna Schwegelin als letzte deutsche Hexe bei lebendigem Leibe verbrannt wurde, 1976 die hl. Inquisition die 23 Jährige Anneliese Michel bei einem Exorzismus mitten in Deutschland zu Tode gefoltert hat und 2006 endlich ein Drittel der deutschen Bevölkerung erkennt, dass man sein Seelenheil ehr im Aldi um die Ecke findet, als bei den Pfaffen vorm Altar.
2 Kommentare
15. April 2008 um 4:31
Die Hexenverbrennungen im Mittelalter waren mit Sicherheit fürchterliche Akte grausamer Verhöre und Folterungen. Die Denunzianten waren mit Sicherheit meist nicht irgend welche Kirchenleute. Was dann aber im 20. Jahrhundert im Namen des Atheismus alles geschah darf wohl nicht unter den Tisch gekehrt werden. Mit welcher Grausamkeit in den KZ’s gefoltert wurde oder bei Stasi’s , unter Hitler oder Mao oder auch Stalin? Ich würde mir dann doch auch mal anschauen wollen, was der moderne Atheismus so alles kann! Ihre Häme ist ja für viele Leute ein gefundenes Fressen, können sie aber die sozialen Dienstleistungen, wie sie in vielen kirchlichen Gemeinden ohne zahlen zu müssen auch leisten?
20. April 2008 um 3:57
Sehr verehrter P.S., jetzt bin ich aber doch einigermaßen überrascht, was ich als Atheist (also, als jemand, der nicht an die Existenz eines Gottes glaubt) so alles zu verantworten habe. Oder könnten am Ende vielleicht Rassenhass und Allmachtsphantasien die Ursachen für KZs und Gulags sein und nicht der Atheismus? Wenn ein Diktator für sich alle Macht beansprucht, dann duldet er keine anderen Institutionen, die ebenfalls alle Macht für sich beanspruchen(die Kirchen) neben sich. Mit Atheismus haben die Verbrechen des 20. Jahrhunderts nichts zu tun. Und Sie glauben die Kirchen erbringen kostenlos soziale Wohltaten? Da haben Sie sich aber wohl nicht recht informiert, wie? Die Kirchen bekommen nicht nur die Steuern ihrer Mitglieder, sondern obendrein auch noch Milliarden schwere Geschenke aus Steuermitteln der Bundesländer. Und wenn dann eine konfessionelle Einrichtung (wie. z.B. ein Kindergarten) betrieben wird, zahlt der Staat das Gebäude, das Mobiliar, den Betrieb und das Personal. Nur das Holzkreuz und die Bibel zur Indoktrination unserer Kleinsten kommt noch von den Kirchen. Also bitte, ich zahle heute schon für diesen Unfug. Die religiösen Institutionen tun nichts Gutes für niemanden.