Counter-Strike ist englisch und bedeutet Gegenschlag. Gemeint ist der weltberühmte, mittlerweile etwas betagte Ego-Shooter, den jeder Besucher einer LAN-Party wohl schon mindestens einmal zu Gesicht bekommen hat. Für alle, die nicht wissen, wovon ich rede: Die Spieler teilen sich in zwei Gruppen auf – die Terroristen und die Spezialeinheit. Ziel des Spiels ist es, die Mitglieder des gegnerischen Teams abzuknallen. Eine Art elektronisches Cowboy- und Indianerspiel also. Ich selbst habe es ungezählte Male auf LAN-Parties gespielt. Geht es nach Stoiber und Schönbohm wars allerdings wohl nicht oft genug, denn einen Amoklauf habe ich derzeit nicht in Planung. Die Befürworter des Spieleverbots verfügen offenbar über keinerlei analytische Befähigung, stellen die Ohren auf Durchzug wenn unzählige Medienwissenschaftler darauf hinweisen, dass Ego-Shooter nicht bedenklicher sind als Pac-Man und haben selbst vermutlich noch nie ein solches Spiel gespielt.
Wer sich mit den wahren Tathintergründen des Amoklaufs von Emsdetten befassen möchte hat es aber auch nicht einfach. Im Minutentakt verschwinden Web-Seiten und Forenbeiträge des Täters Sebastian B., der im Netz unter dem Pseudonym ResistantX unterwegs war. Der Abschiedsbrief von Ihm ist hier noch in voller Länge zu finden. Und wer noch etwas tiefer in die Abgründe dieses armen Würstchens blicken will, sollte sich beeilen und den Blog von ResistantX lesen, solange er noch existiert.
Ein anonymer Zocker kommentierte dort überigens das geforderte Verbot von Ego-Shootern so:
Solltest du wiedergeboren werden und erneut einen Amoklauf durchziehen wollen, deinstalliere doch vorher bitte CounterStrike von deinem Rechner, ja? Das ewige Killerspiele-Gejammer geht mir wahnsinnig auf den Sack.
Den Zynismus weise ich von mir, inhaltlich möchte ich mich dem anschließen. Aus den Blog-Beiträgen geht überigens auch hervor, dass ResistantX von seinen Eltern zu diversen Gottesdiensten geschleift wurde, denen er eigentlich lieber ferngeblieben wäre. Vielleicht sollten die Herren der C-Partei dort mit ihrer Ursachenforschung beginnen und ein Verbot der blutrünstigen Bibel in Betracht ziehen.
Anonsten wünsche ich den Opfern des Amoklaufs alles Gute und baldige Genesung.
2 Kommentare
29. Januar 2007 um 1:36
Die Probleme möchte ich gern mal haben. Für mich erscheint es eher so, daß man für das eigene Versagen, nach Sündenböcken sucht. Leider gab es aber auch schon bevor es Computerspiele gab Amokläufer. Für mich persönlich eine ziemlich dumme Ausrede.
7. Oktober 2008 um 3:42
Ist denn wirklich jeder zu Blöd, zu verstehen das jahrelanges Mobbing und Erniedrigung der Mitschüler ein wichtiger Faktor für son Run ist?
Dafür das es in einem Amoklauf endet, müssen solche Erniedrigungen und Lebensumstände nur mit einer Prise instabilem Charakter verbunden werden, und schon hat man das Massaker…
Schonmal nen Hund in die Enge getrieben?
Probierts aus, dann wisst ihr was ich meine