29. März 2007...5:37

Krieg gegen den Iran

Zu den Kommentaren

Es verdichten sich die Anzeichen für einen Militärschlag gegen das Mullah-Regime im Iran. Die Amerikaner haben zwei Flugzeugträgerverbände in die Region verlegt und damit soviel Mann und Material wie zuletzt 2003 vor dem Irak-Krieg. Nur wenige Tage nachdem die Iraner 15 britische Soldaten in Geiselhaft genommen haben, exerzieren die Amerikaner ein gewaltiges Manöver im persischen Golf.

Indes hat der Iran mit Verweis auf das ungebührliche Benehmen der Briten die ursprünglich angekündigte Freilassung einer Soldatin vorerst suspendiert. Stattdessen führt er seine Beute in einer öffentlichen Fernsehausstrahlung vor, was die Briten zu recht als völlig unakzeptabel kritisierten. Bei der Zurschaustellung handelt es sich um einen klaren Verstoss gegen den Artikel 13 der Genfer Konvention zum Umgang mit Kriegsgefangenen. Man mag sich lieber garnicht vorstellen, was die iranischen Folterknechte den armen Briten bislang angetan haben; das Bildmaterial lässt das Schlimmste befürchten.

Die deutsche Medienlandschaft beginnt die Zuschauer und Zuhörer auf die drohende Kriegsgefahr vorzubereiten. DLF sendet Analysen und Phoenix strahlte gestern Abend eine Dokumentation über ein Proliferationsnetzwerk europäischer Ingenieure aus, die den Iran mit Nukleartechnologie beliefert haben. Nichts handfestes allerdings, sondern eine geschickte Aneinanderreihung wilder Spekulationen die unterbewusst die Botschaft vermitteln soll: Achmadinedschad hat die Bombe.

Ob und inwieweit die deutschen Medien sich bewusst manipulativ betätigen, um die hiesige Bevölkerung auf einen Krieg vorzubereiten, wird im Info-Wars Blog am Beispiel eines Artikels aus dem Kölner Stadtanzeiger thematisiert.

Der Spiegelfechter hat umfangreiche Informationen zu einem eventuell bevorstehenden Angriff auf den Iran zusammengetragen und beschäftigt sich mit der Entführung der 15 britischen Seeleute.

Die Zeitung Freitag sieht eine psychologische Kriegsvorbereitung durch die deutsche Politik und schreibt:

Auch die psychologische Kriegsvorbereitung ist in vollem Gange. Dazu gehören – wie vor dem Irak-Krieg – immer neue „Enthüllungen“ über geheime Pläne zum Bau von Atombomben oder Vorwürfe, der Iran sei ein „führender staatlicher Sponsor des Terrorismus“. Als notorischer Lügner längst stigmatisiert, sitzt Teheran stets auf der Anklagebank, und seine Gegendarstellungen stoßen auf taube Ohren. Besorgnis erregend ist, dass sich dabei auch Deutsche beteiligen. Mit ihrem unsäglichen Vergleich des islamischen Staates mit dem Naziregime und – indirekt – des Präsidenten Ahmadinedschad mit Hitler hat die Bundeskanzlerin auf der Münchener Sicherheitskonferenz eine neue Etappe in der psychologischen Kriegsvorbereitung eingeläutet.

Wenn man den (zum Teil überstrapazierten) Faschismusbegriff als eine Zusammenfassung totalitärer, gegen die Freiheit des Individuums gerichteter Weltanschauungen versteht, kann ich Merkels Vergleich nicht so unsäglich finden, wie Freitag. Die Parallelen zwischen dem Folter- und Unterdrückungsstaat Iran und dem Nazi-Regime sind augenfällig, auch wenn es Achamdinedschad an den aggressiven Expansionsbestrebungen Hitlers fehlt. Von mir aus dürfte der Lebensberechtigungsschein Achmadinedschads und seiner Mullahs der Mullahs und ihres Achmadinedschad dauerhaft eingezogen werden.

Die Frage ist, ob den Amerikanern die geeigneten Mittel zur Verfügung stehen, das Regime zu stürzen ohne ein Blutbad unter der Zivilbevölkeung anzurichten, die sich gegen das Regime nicht erwehren kann und keine Verantwortung für die Politik der Mullahs trägt.

Eine entwas ältere aber dafür sehr umfangreiche Betrachtung der Kriegsgefahr gibts hier bei Telepolis.

Eine Antwort schreiben